Vaterschafts/
Elternurlaub

​Vaterschaftsurlaub/Elternzeit

Warum ist das wichtig?

In der Schweiz erhält eine Mutter nach der Geburt einen Mutterschaftsurlaub von 14 Wochen, ein Vater bloss einen Tag. Die Schweiz bildet damit auch das Schlusslicht in Europa, alle anderen Länder kennen einen Vaterschaftsurlaub oder eine Elternzeit.
Die klassische Rollenverteilung in der Familie spiegelt heute nicht mehr die Realität und diskriminiert sowohl Mütter als auch Väter. Die Väter werden nicht von Anfang an in die Familie eingebunden. Den Müttern wird die Widereingliederung ins Berufsleben erheblich erschwert, da sie oftmals die einzige enge Bezugsperson des Kindes sind. Sie werden dadurch zudem am Arbeitsplatz nicht weiter ernst genommen, oftmals auf tiefere Stellen mit weniger Verantwortlichkeit gesetzt oder gar nach Ablauf der Kündigungsfrist entlassen. Dies gilt oftmals nicht nur für Mütter, sondern alle Frauen im gebärfähigen Alter, deren Gebärfähigkeit als Risiko erachtet wird. Ein Vaterschaftsurlaub oder eine Elternzeit würde damit die Verteilung zu Hause verändern, was letztlich auch zu Chancengleichheit im Berufsleben führt. Aus diesen Gründen unterstützt gemäss einer repräsentativen Studie des LINK-Instituts auch mehr als 80% der Bevölkerung einen bezahlten Vaterschaftsurlaub.

Was wurde bis jetzt unternommen?

Der Verein «Vaterschaftsurlaub jetzt», ein Zusammenschluss der Dachverbände der Arbeitnehmerorganisationen (Travail Suisse), der Männer- und Väterorganisationen (maenner.ch), der Frauenorganisationen (Alliance F) und der Familienorganisationen (Pro Familia Schweiz), hat sich des Themas angenommen und am 24. Mai 2016 die Initiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – um Nutzen der ganzen Familie» lanciert, die einen bezahlten Vaterschaftsurlaub von 20 Tagen fordert, welcher flexibel bezogen werden kann und zwar während eines Jahres nach der Geburt des Kindes. Finanziert werden solle dieser, wie auch der Mutterschaftsurlaub, durch die Erwerbsersatzordnung (EO).
Der Bundesrat empfiehlt die Initiative zum Ablehnung, da er die Förderung der ausserfamiliären Betreuung als wichtiger empfindet. Bei der parlamentarischen Beratungen lancierten die Kommissionen einen Gegenvorschlag, der lediglich 2 Wochen Vaterschaftsurlaub vorsieht. Diese könnten innert 6 Monaten ab Geburt bezogen werden. Beide Räte stimmten diesem Vorschlag als Kompromiss zu, da die Mehrheit der Ansicht war, dass es eine Änderung braucht. Das Initiativkomitee prüft zur Zeit den Rückzug der Initiative.
Mehr Informationen auf:
www.vaterschaftsurlaub.ch
www.parlament.ch

Was sind die Positionen der verschiedenen Parteien?

Damit sehen alle Parteien bis auf die SVP einen Handlungsbedarf für eine familienfreundlichere Politik, auch wenn die Vorstellungen auseinandergehen. Die SVP als einzige Partei lehnt sämtliche Vorschläge hinsichtlich Elternzeit oder Vaterschaftsurlaub ab. Die restlichen Parteien sind sich hingegen einig, dass eine Änderung notwendig ist, wobei jedoch die Vorstellungen dieses teilweise sehr weit auseinandergehen. Während für die SP, die Grünen, und die GLP die Einführung eines kurzen Vaterschaftsurlaubes nur ein erster Schritt ist, sehen die Mitteparteien wie die FDP, die CVP und die BDP hingegen schon das Bedürfnis, aber wollen nur kleinere Anpassungen. So würde die FDP eine Elternzeit von 16 Wochen vorziehen, die CVP einen Vaterschaftsurlaub von 2 Wochen und die BDP hat keine klare Empfehlung dazu. 

Vaterschafts-/Elternurlaub

Grüne



 

SP



CVP

Vaterschaftsurlaub von 2 Wochen 



GLP

Elternzeit von 14 Wochen für beide Elternteile


BDP

Lieber Elternzeit statt Vaterschafts-urlaub / Keine klare Empfehlungen

FDP

8 Wochen für Mutter,
8 frei aufteilbar

SVP


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