Frauen-

rentenalter 64

beibehalten

Frauen*rentenalter 64 beibehalten

Warum ist das wichtig?

Seit 2014 reichen die Lohnbeiträge und die Beiträge der öffentlichen Hand nicht mehr aus, um die laufenden Renten der AHV zu finanzieren. 2018 betrug die Differenz zwischen den Einnahmen und den Ausgaben über eine Milliarde Franken. Diese Situation wird sich mit der Pensionierung der geburtenstarken Jahrgänge ab dem Jahr 2020 weiter verschärfen.
Mehr Informationen


Mit der Erhöhung des Rentenalters der Frauen* auf 65 Jahre bis 2030 sollen die Ausgaben gesenkt werden. Zugleich soll die Mehrwertsteuer erhöht werden, um zusätzliche Einnahmen für die AHV zu generieren.

Problematisch daran ist, dass Frauen* aufgrund der bestehenden Lohnungleichheit und Unterbrüchen in der Erwerbstätigkeit bereits heute über eine geringere AHV-Rente verfügen, während sie den Grossteil der unentgeltlichen Care-Arbeit erbringen. Aktuell erbringen Frauen* jährlich 2.3 Milliarden unbezahlter Arbeitsstunden in Form von Sorgearbeit, vorwiegend in der Kinderbetreuung. Nun sollen die Frauen* zusätzlich ein Jahr länger entgeltlich arbeiten müssen, so es diese Arbeitsplätze denn gibt.

Was wurde bisher unternommen?

Nach der Ablehnung der Reformvorlage Altersvorsorge 2020 im Jahr 2017 und der anschliessenden Annahme der Steuerreform und AHV Finanzierung STAF im Mai 2019 hat der Bundesrat einen weiteren Vorentwurf zur Stabilisierung der AHV erarbeitet (AHV 21).

Damit soll in der AHV ein Referenzalter von 65 Jahren für Frauen* und Männer* eingeführt werden. Mit der aktuellen Vorlage wird das Frauen*referenzalter schrittweise ab dem 2. Jahr des Inkrafttretens der Revision jährlich um drei Monate erhöht. Direkt betroffen von der Erhöhung sind damit die Jahrgänge 1959 bis 1967, welche von zwei verschiedenen Kompensationsmassnahmen profitieren sollen: Zum einen werden beim vorzeitigen Rentenbezug tiefere Kürzungssätze angewendet. Zum anderen können Frauen* mit tiefem bis mittlerem Einkommen, die ihre Rente erst mit 65 beziehen, ihre AHV-Rente aufbessern. Für diese Massnahmen rechnet der Bundesrat mit Aufwendungen von 700 Millionen Franken

Was sind die Positionen der verschiedenen Parteien?

Grüne und SP setzen sich für eine Beibehaltung des Rentenalters 64 und gegen eine Erhöhung ein, so lange nicht Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern erreicht ist. Dazu gehört auch eine Anerkennung der bislang unbezahlt erbrachten Care-Arbeit.

Die CVP, GLP, BDP, FDP und SVP unterstützen alle die Erhöhung des Rentenalters. Die SVP verlangt aktiv eine Erhöhung des Rentenalters, und lehnt zudem jede Erhöhung von Steuern und Abgaben wie sie ebenfalls im AHV 21 Paket vorgeschlagen werden, ab.

Nach der CVP ist die schrittweise Angleichung des Rentenalters auf 65 Jahre eine Notwendigkeit. Damit nicht (nur) die Frauen* die Kosten tragen, fordert die CVP eine Kompensation von Beitragslücken beispielsweise wegen Mutterschaft .

Die GLP erachtet die vom Bundesrat präsentierten Eckwerte der AHV-Reform als korrekt. Die Anpassung und Flexibilisierung des Rentenalters seien aufgrund der demografischen Entwicklung zwingend. Vorübergehende Kompensationszahlungen an direkt betroffene Frauen* seien vertretbar. Die Kompensation dürfe nicht nach dem Giesskannenprinzip verteilt werden, sondern müsse «gezielt und bedarfsgerecht» erfolgen.

Auch die FDP begrüsst die Erhöhung des Rentenalters für Frauen* auf 65 Jahre. Eine Kompensation für direkt betroffene Frauen* dürfe allerdings nicht zu hoch sein, damit der Einsparungseffekt nicht zunichte gemacht werde . Damit lehnt die FDP das die Massnahme der Aufbesserung der Altersrente für Frauen*, welche bis zum 65. Altersjahr erwerbstätig bleiben, ab.

Die BDP unterstützt das gleiche Rentenalter für Mann* und Frau*. Die demografische Entwicklung spielt eine zentrale Rolle, so lange das Rentenalter in absoluten Zahlen festgelegt wird. Eine rationale Betrachtung ergebe, dass im Jahr 2050 das Rentenalter um die 70 Jahre anzusiedeln wäre. Weil aber politische und emotionale Aspekte diese ökonomischen Fakten übertönten, müsste die Frage des Rentenalters entpolitisiert werden. Dazu schlägt die BDP einen Automatismus vor, welcher das künftige Rentenalter automatisch an die steigende Lebenserwartung knüpfen sollte .

Frauen*rentenalter 64 beibehalten

Grüne

Solange Lohngleichheit nicht erreicht ist

SP

Solange Lohngleichheit nicht erreicht ist

CVP

Beitragslücken wegen Mutterschaft sollen kompensiert werden

GLP

eine vorübergehende Kompensation für Frauen sei vertretbar 

BDP

das Rentenalter sollte in Zukunft mit der Lebenserwartung verknüpft werden 

FDP

aber mit teilweiser Kompensation, welche jedoch positive Effekte der Erhöhung nicht zunichtemacht

SVP


Um auf unsere Quellen zuzugreifen, klicken Sie bitte auf die Positionen der Parteien (z.B. Ja / Ja, aber.... / Nein, aber... / Nein)

Facebook
Facebook
Instagram