Familien-

ergänzende 

Betreuungs-

strukturen

Familienergänzende Betreuungsstrukturen

Warum ist das wichtig?

Für die Familien: 

Die finanzielle Belastung der Haushalte und Familien durch die familienexterne Kinderbetreuung ist in der Schweiz im Vergleich zu der gesamten OECD extrem hoch, während der Staat nur wenig finanzielle Hilfe leistet. Zudem können sie in vielen Kantonen und bei der Bundessteuer die Betreuungskosten nur teilweise als Gewinnungskosten vom steuerbaren Einkommen absetzen. Der betreuende Elternteil erfährt trotz Betreuungsgutschriften Nachteile bei der AHV und Pensionskasse.


Für Arbeitnehmer*innen:

Es gibt extreme Unterschiede zwischen den Kantonen sowohl beim Angebot als auch bei den Kosten von Kindertagesstätten und schulbegleitenden Einrichtungen. Viele Eltern wählen ihren Wohnort nicht nach beruflichen und arbeitsmarkttechnischen Kriterien, sondern nach dem Vorhandensein von bezahlbaren Betreuungsplätzen. Auch die Wahl des Arbeitszeitmodells erfolgt oft nicht nach persönlichen Präferenzen oder Kriterien des Arbeitsmarktes, sondern in Bezug auf das Vorhandensein oder Fehlen von bezahlbaren Betreuungsplätzen: In einer Untersuchung zur Teilzeitarbeit in der Schweiz aus dem Jahr 2017 stellte das Bundesamt für Statistik BFS fest, dass 26.5% (d.h. über 1/4) der befragten Frauen nur wegen Kinderbetreuungspflichten ihr Arbeitspensum reduziert haben, und lieber Vollzeit arbeiten würden.


Für die Arbeitgeber / Wirtschaft:

KMUs können sich im Gegensatz zu grossen Unternehmen keine eigenen Kita-Lösungen leisten, was in der heutigen Situation ein Wettbewerbsnachteil für sie ist, denn KMUs entgehen aus diesem Grund wertvolle Fachkräfte. Der Mangel an bezahlbaren und qualitativ hochwertigen Betreuungsplätzen verschärft den Fachkräftemangel, weil deswegen weibliche Fachkräfte dem Arbeitsmarkt ganz oder teilweise fernbleiben.

Was wurde bis jetzt unternommen?

Das Bundesgesetz über Finanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung ist seit dem 1. Februar 2003 in Kraft. Das dadurch ermöglichte Impulsprogramm des Bundes zur Schaffung von neuen familienergänzenden Betreuungsplätzen war ursprünglich auf acht Jahre bis zum 31. Januar 2011 befristet, aber wurde im September 2018 nun bereits zum drittes Mal um vier Jahre bis zum 31. Januar 2023 verlängert. Es wurde ein Kredit von weiteren 124.5 Millionen Franken für vier Jahre bewilligt. Wer eine Kindertagesstätte oder eine schulergänzende Einrichtung (Kinderhort, Tagesschule) gründet, kann auf Antrag und bei Erfüllung der Bedingungen, für zwei bis drei Jahren von Geldern aus dem Impulsprogramm profitieren. 


Steuerrecht: Bei der direkten Bundessteuer dürfen seit 2012 pro Familie bis zu 10‘000 Franken effektive Betreuungskosten pro Jahr vom steuerbaren Einkommen abgesetzt werden. Die Eidgenössische Steuerverwaltung schätzte 2016, dass durch eine Erhöhung des maximalen Abzuges auf 24‘000 allein bei der direkten Bundessteuer mit einer Zunahme von rund 4‘900 Vollzeitstellen zu rechnen sei. Sollten die Kantone nachziehen und ihre Maximalabzüge erhöhen, wäre mit einer noch höheren Zunahme der Arbeitsmarktbeteiligung zu rechnen . National- und Ständerat haben in der Sommersession 2019 einer Erhöhung des Kinderdrittbetreuungsabzugs bei den Bundessteuern auf 25000 Franken pro Kind zugestimmt . 

Was sind die Positionen der verschiedenen Parteien?

Alle Parteien mit Ausnahme der SVP sind sich einig, dass das Angebot an Betreuungsplätzen ausgebaut werden muss. Die FDP würde jedoch anstelle des Impulsprogrammes den Abbau der bürokratischen Hürden zur Eröffnung einer Kinderkrippe begrüssen. Für sie ist das Verfahren zum Erhalt der Anschubfinanzierung aus dem Impulsprogramm schwerfällig und bürokratisch.
Parallel zum Impulsprogramm setzen sich CVP, GLP, BDP und FDP dafür ein, dass bei der direkten Bundessteuer ein möglichst hoher Teil der Drittbetreuungskosten als Gewinnungskosten vom steuerbaren Einkommen abgesetzt werden können. SP und Grüne sind der Meinung, dass nur wohlhabende Familien von Steuersenkungen profitieren können und schlagen alternativ dazu Betreuungsgutschriften für alle vor, so dass auch einkommensschwache Familien profitieren könnten. Die SVP wünscht sich Steuerabzüge für Familien, die ihre Kinder zuhause betreuen, um den Erwerbsausfall des betreuenden Elternteils zu kompensieren.

Mehr familienergänzenden Betreuungsstrukturen und weniger finanzielle Belastung für die Familien

Grüne

Impulsprogramm und  Subventionen statt Steuerabzüge

 

SP

Impulsprogramm und Betreuungs-gutschriften statt Steuerabzüge

CVP

Impulsprogramm und
 Steuerabzüge



GLP

Impulsprogramm und
Steuerabzüge



BDP

Impulsprogramm und
Steuerabzüge



FDP

weniger bürokratische Hürden statt Subventionen und  Steuerabzüge

SVP

NEIN, aber…

Kein Impulsprogramm und Steuerabzüge für Familien, die ihre Kinder zuhause betreuen

Um auf unsere Quellen zuzugreifen, klicken Sie bitte auf die Positionen der Parteien (z.B. Ja / Ja, aber.... / Nein, aber... / Nein)

Facebook
Facebook
Instagram